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Deutsche UVEITIS Arbeitsgemeinschaft DUAG e.V.

Selbsthilfeorganisation für an Uveitis erkrankte Menschen

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Die mittlere Uveitis

von Priv. Doz. Dr. Karl Friedrich Manthey Bordesholm

Etwa 10 bis 30 Prozent aller Entzündungen im Augeninneren spielen sich im mittleren Teil ab. Gefährlich ist die intermediäre Uveitis vor allem deswegen, weil sie oft erst zu spät entdeckt wird. Diese Übersicht soll zum besseren Verständnis beitragen.

Der Name "Intermediäre Uveitis" gibt keinen Hinweis auf die Ursache der Erkrankung, sondern beschreibt nur den Ort der Entzündung. Man kann ein Auge grob in drei Segmente unterteilen: den vorderen Augenabschnitt mit Hornhaut, Vorderkammer, Regenbogenhaut, Linse und Ziliarkörper; den hinteren Augenabschnitt mit Netzhaut, Aderhaut und der Sehnervenscheibe; und die Intermediärzone dazwischen, die Teile des Ziliarkörpers, aber auch der äußeren Netzhaut und der Aderhaut umfasst. Bei der intermediären Uveitis kommt es zu einer Entzündung des Glaskörpers, die oft im Grenzbereich zwischen Aderhaut und Netzhaut (Pars plana) beginnt.

Die Intermediärzone ist nur schwer einzusehen. Man muss durch die Pupille und dann "um die Ecke" blicken, um Veränderungen erkennen zu können, und das ist besonders bei Kindern sehr schwer. Für solche Untersuchungen wird oft ein Kontaktglas auf die Hornhaut aufgesetzt.
Wie häufig ist die intermediäre Uveitis?

Etwa 10 bis 30 Prozent aller Entzündungen des Augeninneren lassen sich der intermediären Uveitis zuordnen. Zwei Altersgruppen sind besonders betroffen: Kinder und Jugendliche zwischen dem 5. und 15. Lebensjahr sowie Erwachsene um das 35. Lebensjahr. In 80 Prozent der Fälle erkranken beide Augen. Bei Kindern ist die intermediäre Uveitis eine der häufigsten Augenentzündungen überhaupt (neben der Regenbogenhautentzündung bei gleichzeitiger Gelenkentzündung).


Symptome der intermediären Uveitis

Es ist wichtig, die Entzündungen anhand ihrer klinischen Besonderheiten einzuteilen, um zu einer einheitlichen Therapie zu gelangen und den Verlauf und die Prognose einschätzen zu können Die intermediäre Uveitis macht sich oft erst dann bemerkbar, wenn die Sehschärfe eines Auges deutlich abfällt oder der Patient – und dies ist das häufigste Symptom – die Empfindung hat, "Fussel" oder "Schlieren" zu sehen. Diese sind auf Trübungen im Glaskörper zurückzuführen, jenem gelartigen Material, das das gesamte Augeninnere ausfüllt. Diese Trübungen können im Glaskörper hin und her schwimmen oder schneeballartig ("Snowballs") auf der Netzhaut liegen.

Pars planitis ist eine Entzündung, die sich durch dichtes Entzündungsgewebe an der Grenze zwischen peripherer Netzhaut und Aderhaut (Pars plana) auszeichnet. Die für eine akute Entzündung der Regenbogenhaut typischen Schmerzen oder eine gesteigerte Blendempfindlichkeit und eine Rötung des betroffenen Auges treten nur selten auf. In 20 Prozent der Fälle wird die intermediäre Uveitis zufällig erkannt, da sie keinerlei Beschwerden verursacht. Oft lassen sich entzündete Netzhautgefäße (Vaskulitis) nachweisen.

Unterschiedliche Verläufe

Der Verlauf ist meist chronisch, wobei die Krankheitsdauer eher Jahrzehnte als Jahre beträgt. Gutartigen Verläufen, bei denen kaum eine Therapie notwendig ist, stehen solche mit zahlreichen Komplikationen gegenüber. Je nach Altersgruppe finden sich einige Besonderheiten: - bei jüngeren Patienten kommt es oft zur Bildung ausgeprägter Glaskörperverdichtungen. Heftigere Entzündungsschübe wechseln mit Phasen relativer Ruhe ab. - bei älteren Menschen häufen sich Entzündungen kleiner peripherer Blutgefäße, verbunden mit Anschwellung des Sehnervenkopfes (Papille) und Ansammlung von Flüssigkeit an der Stelle des schärfsten Sehens (Makulaödem) und anderer Netzhautbereiche (exsudative Ablatio).Der Verlauf lässt sich nur schwer voraussagen. Als Komplikation können ein Makulaödem, eine Erhöhung des Augendrucks (Sekundärglaukom), eine langsame Trübung der Linse (Katarakt) oder ein Netzhautriss mit nachfolgender Netzhautablösung eintreten.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die intermediäre Uveitis recht häufig ist. Sie kann zu schweren Komplikationen führen, hat aber bei vielen Patienten einen milden Verlauf, so dass im ruhigen Stadium halbjährige Kontrollen ausreichen.

 

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